Fragenarchiv

Zur Zeit sind 1495 beantwortete Fragen im Archiv:

hartspitz: Platinieren

Lieber Herr Reiser,
zunächst vielen Dank, dass sie ihr Portal
nicht sterben lassen. meine Frage: Warum
muss man beim Platinieren von
Platinelektroden Bleiacetat zugeben?

Mit freundlichem Gruss
Hartspitz

Antwort:

Hallo Hartspitz,

ich wollte Ihnen auch schon direkt mailen, aber offenbar hatten Sie schon selbst bemerkt, dass der Fragenservice im Portal wieder funktioniert.

Zu Ihrer Frage musste ich allerdings erst einmal selbst bei unserem Elektrochemiker im Haus nachfragen. Ohne Bleiacetat bildet sich offenbar eine sehr kompakte Platinschicht auf der Elektrode. Durch das Bleiacetat (man nimmt nur sehr wenig) wird das Platin insgesamt poröser auf der Elektrode aufgetragen (durch Einbau störender Bleiatome), so dass eine größere Oberfläche und damit verbesserte Leitfähigkeit der Elektroden entsteht.

Gruß
Oliver Reiser

 

Maria Haas: Vitamin-C Bestimmung

Die klassische quantitative Vitamin C-Bestimmung erfolgt doch mit DCPIP (Tillmanns-Reagenz), wobei der Äquivalenzpunkt etwas schwer erkennbar ist. Eine weitere Möglichkeit ist die quantitative Bestimmung mit KJO3, wobei als Indikator Stärke eingesetzt wird und am Äquivalenzpunkt aus überschüssigem Jodat und aus dem, bei der Redoxreaktion mit Vit. C gebildetem Jodid über eine Symproportionierungsreaktion Jod entsteht, das sich dann in die Spiralverbindung der Amylose einlagert und so einen blauen Jodstärkekomplex bildet. Richtig?

Nun mein Problem, der Umschlagspunkt ist nicht erkennbar, da keine Blaufärbung erscheint sondern eine rotbraune Färbung (wenn ich mich richtig erinnere, war die rotbraune Färbung eher beim Amylopektin zu erwarten). Ich habe die Indikatorlösung aus löslicher Stärke 1%) hergestellt, die doch vorallem aus Amylose besteht -oder? und somit müsste doch eigentlich eine Blauffärbung erkennbar sein und auch der Umschlagspunkt relativ scharf sein?

Haben Sie eine Idee, was ich falsch gemacht haben könnte oder woran es liegen könnte? Kann es daran liegen, dass das Stärkepulver vermutlich schon etwas älter ist-allerdings würde das ja dann bedeuten, dass die spirale irgendwie zerstört ist-oder? -kann das überhaupt sein?

Für die Titration habe ich die Vit.C -Lsg genau nach Vorschrift mit Schwefelsäure angesäuert und mit Kaliumjodidflösung versetzt. Ich weiß, dass die KI-Lösung nicht besonders stabil ist-aber muss sie wirklich immer unmittelbar vor der Titration hergestellt werden, wenn sie in dunklen Flaschen aufbewahrt wird? Gibt es da eine Art Verfallsdatum? Könnte das der Grund sein, dass der Umschlag nach rotbraun und nicht blau erfolgt?

Vielleicht können Sie mir -wie schon so oft weiterhelfen.

Vielen Dank und ein schönes Wochenende bzw. eine schöne Arbeitswoche.

Mit freundlichem Gruß

M.Haas

Antwort:

Liebe Frau Haas,

wir haben diese Bestimmung auch schon ein paar mal gemacht, und eigentlich hat das immer geklappt.

Frische KI Lösung ist schon wichtig, wenn sich bei Zugabe von Schwefelsäure und Stärke die Lösung nur schwach rosa färbt ist das noch ok, wenn sie sich blau färbt ist die KI-Lösung nicht mehr in Ordnung.

Kaliumiodat (0,03 mol/l in Wasser)
Lösliche Stärke (1 % in Wasser, aufkochen und wieder abkühlen lassen)
Schwefelsäure (2 mol/l)
Kaliumiodid (2 mol/l in Wasser)

Das sollte eigentlich klappen, vielleicht probieren Sie es noch einmal.

Viel Erfolg,
Oliver Reiser

 

Maria Haas: Bräunungsreaktion

Sehr geehrter Herr Prof. Reiser,

da ich die Seite auf freenet (Expertenmarktplatz, bei der Sie Chemiefragen beantworten einfach und die ich SPITZENKLASSIG fand - da man durch die Fragen der anderen auch immer sehr viel lernt) nicht mehr finde möchte ich mich auf diesem Wege an Sie wenden, mit der Hoffnung, dass sie mir weiterhelfen.

Erstens

- Gibt es die Expertenseite nicht mehr? Falls es sie noch gibt-könnten Sie mir den genauen link senden, damit ich ich sie wieder finde. Falls es sie wirklich nicht mehr gibt, fände ich das mehr als bedauerlich. auch wenn ich verstehen kann, dass das wohl sehr viel Arbeit bedeutet.

Zweitens - meine Frage zur Bräungungsreaktion beim Obst (die ich gerne über die Seite an Sie gestellt hätte)

Wenn man einen Apfel durchschneidet, so färbt sich dieser mit der Zeit braun, da doch das Enzym Phenoloxidase die Oxidation der AS Tyrosin (über einige komplizierte Reaktionen-die ich leider auch in keinem Lehrbuch fand) zu Melanin oxidiert. Um diese Bräunungsreaktion zu verhindern wird der Apfel im Haushalt mit Zitronensaft beträufelt, der ja bekannterweise Zitronensäure und Ascorbinsäure enthält.

Nun meine Frage wirkt hier die Ascorbinsäure NUR als Antioxidans indem es den Sauerstoff "wegfängt" - sprich selber oxidiert wird (Vit C = starkes Reduktionsmittel) oder wird zusätzlich durch den sauren pH eine Denaturierung des Enzyms bewirkt und somit die Bräunungsreaktion verhindert?

Beides oder nur eines?? Kann außerdem durch die, noch im Zitronensaft enthaltene Zitronensäure die Denaturierung des Enzyms bewirkt werden? Oder sind beide säuren zu schwach für diese Reaktion?

Über eine Antwort zu meinen beiden Fragen würde ich mich sehr freuen.

Da das Jahr 2006 noch jung ist möchte ich Ihnen alles Gute für dieses Jahr wünschen und freue mich schon auf viele Beiträge von Ihnen im Net.

Mit freundlichem Gruß

Maria Haas

Antwort:

Liebe Frau Haas,

Vielen Dank für Ihr mail, und auch Ihnen noch alles Gute zum neuen Jahr.

Zur ersten Frage:
Das Portal wurde für mich ebenfalls sehr plötzlich von freenet abgeschaltet, teilweise sind meine Artikel nun auf den dortigen Wissenschaftsseiten integriert. Das ging alles von heute auf morgen, leider konnte auch kein Hinweis auf die entsprechende Seite gestellt werden.

Ich baue das Portal aber gegenwärtig wieder unter

http://www.chemie-im-alltag.de

wieder auf, und seit heute funktioniert der Fragenservice auch wieder, so dass ich Ihre per e-mail erhaltene Anfrage in das Fragenportal kopiere und auf diese Weise beantworte.

Zur zweiten Frage:
Die biochemischen Hintergründe, die Sie beschreiben (Oxidation von Tyrosin) machen Sinn, das habe ich auch schon einmal in diesem Zusammenhang gehört. Ich meine aber auch, dass Oxidationen von Polyphenolen, die im Apfel enthalten sind, eine Rolle spielen. (katalysiert durch Phenoloxidasen). Ich nehme an, der Zitronensaft bewirkt beides: Vitamin C als Antioxidans und der saure pH-Wert verändert die Enzymaktivitäten. Ob es dabei gleich zu einer Denaturierung der Enzyme kommt, würde ich aber bezweifeln. Sowohl Oxidationen wie auch Enzymaktivitäten sind aber stark pH-abhängig, so wird Hydrochinon im Basischen leichter zu Benzochinon oxidiert (Phenolation ist elektronenreicher als Phenol oder gar protoniertes Phenol) als im Sauren.

Gruß
Oliver Reiser

 


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