Fragenarchiv

Zur Zeit sind 1495 beantwortete Fragen im Archiv:

Stephan Vogt: Natriumthiosulfat in der Feuerwehr?

Sehr geehrter Herr Prof. Reiser,

mein Name ist Stephan Vogt, ich bin Studierender der Chemie (BSc) an der Uni Siegen und ehrenamtlich in der Feuerwehr tätig.
Ein Chlorgasunfall in der Nachbargemeinde hat die Wehrführung auf die Gefahren von elementarem Chlor sensibilisiert und sie haben mich gefragt, wie man die Gefahr eindämmen könnte.
Aus meinem AC Praktikum weiß ich, dass Halogene oder andere stark oxidierende Substanzen mit Thiosulfatsalzen entsorgt werden können.
Deshalb habe ich mir gedacht, dass rund um ein Gebäude bei einem Chlorgasunfall eine niedermolare Thiosulfatlösung versprüht werden könnte. Ein anderer (bereits promovierter Chemiker) meinte aber, es wäre vorteilhafter, das Chlor ohne Einflussnahme der Feuerwehr entweichen zu lassen....
Ich wende mich an Sie, da ich von Ihrer HP weiß, dass Sie ein engangierter Chemiker in Alltagsfragen sind und ich gerne von einer Referenz meinen Vorschlag überprüft haben möchte. Es ist eben doch ein etwas beklemmendes Gefühl als Chemiestudent einer Feuerwehr etwas zu raten, wenn man die Umweltfolgen nicht so genau abschätzen kann.
Würde Thiosulfat bzw. abreagiertes Tetrathionat auf die Umwelt Einfluss nehmen? Wie würden Sie das Prblem handhaben?

Mit freundlichen Grüßen

Stephan Vogt
Kölnerstraße 94
57368 Lennestadt
Student an der Universität Siegen

PS: Kompliment an Sie und Paula Bruice für das großartige Organik Buch. Leider wird an unserer Uni der Vollhardt vorgezogen, aber ich habe mir den Bruice schon in den Semesterferien geholt und bin gerne dabei geblieben. Das am besten aufbereitete Chemiebuch, dass ich kenne!

Antwort:

Hallo Stephan

erst mal vielen Dank für die netten Worte zum Bruice.

Chemisch ist das Niederschlagen von Chlordämpfen sinnvoll, aber die Gefährdung durch Thiosulfat - obwohl nicht akut toxisch - ist auch nicht zu vernachlässigen. Um so einen Gasunfall zu bekämpfen, muss man ja flächemäßig große Mengen versprühen. Effektiv ist das Niederschlagen durch fein versprühtes Wasser (2.3 l Chlor, also etwa 8 g lösen sich in einem Liter Wasser), wodurch Chlorwasser wie im Schwimmbad entsteht.

Ein Entweichenlassen in die Umwelt ist - je nach Menge natürlich - problematisch, da Chlor schwerer ist als Luft dann an anderer Stelle wieder runter kommen kann.

Gru und weiterhin viel Erfolg im Studium
Oliver Reiser

 

Gasparics Wilhelm: Endotherme Reaktion

Sehr geehrter Herr Reiser,
in einigen Büchern ist die Reaktion von Kupfersulfat (wasserfrei) mit Wasser zu Kupersulfat-Pentahydrat als exotherme Reaktion eingestuft und die "Rückreaktion" als klassische endotherme Reaktion. Energetisch betrachtet absolut nachvollziehbar, jedoch aus stofflicher Sicht bin ich mir nicht sicher, ob die Bildung von Kristallwasser tatsächlich als Stoffänderung bezeichnet werden kann.
Ich bitte Sie herzlich, um die Klärung meiner Frage, ob diese Vorgänge eindeutig chemische Reaktionen sind?
Mit freundlichen Grüßen,
Gasparics Wilhelm (Chemielehrer)

Antwort:

Hallo Herr Wilhelm,

ich würde das schon ale Reaktion einstufen, da das Wasser (exakt 4 Moleküle) ja tatsächlich an das Kupfer koordinieren (man kennt die Röntgenstruktur, danach liegt Cu(H2O)4(SO4)•H2O vor) und nicht einfach nur sich nur neben das unverändert bleibende Kupfersulfatmolekül (auch hiervon kennt man die Röntgenstruktur, Cupfer wird hier in einer recht komplexen Clusterstruktur von sechs Sulfationen über jeweils einen Sauerstoff koordiniert) sich einlagern

Gruß
Oliver Reiser

 

Paul: Haltbarkeitsdatum

Hallo Herr Reiser,

ich habe mal 2 Fragen zur Haltbarkeit.
1.) Warum haben z.b. Wasserflaschen oder Duschbäder ein Haltbarkeitsdatum aufgedruckt? Kann dies auch "schlecht" werden?

2.) Was passiert mit Medikamenten, wie z.b. Aspirin oder Paracetamol, wenn sie abgelaufen sind? Verlieren sie dann ihte Wirkung oder können gar gesundheitsschädlich wirken?

Vielen Dank

Antwort:

Hallo Paul,

laut Gesetzt muss auf so ziemlich allen Sachen - auf jeden Fall auf allen verzehrbaren und kosmetischen Sachen - ein Haltbarkeitsdatum aufgebracht werden. Im Labor verwenden wir Seesand für die Chromatographie, selbst der hat ein Haltbarkeitsdatum.

Stehendes Wasser kann natürlich mit der Zeit bakteriell verunreinigt werden, allerdings kann das nicht geschehen, so lange die Flasche noch luftdicht verschlossen ist (also noch nicht geöffnet wurde). Duschgel ist m. E. ewig haltbar.

Medikamente wie Aspirin und Paracetamol können sichDas Füllmaterial der Tabletten ist dagegen empfindlich gegen Feuchtigkeit und auch gegen Licht, so dass mit der Zeit die Tabletten zerbröseln. Von Licht und Feuchtigkeit ausgeschlossen sind die Tabletten auch sehr viel lönger haltbar als angegeben.

Die Haltbarkeitsdaten sind immer sehr konservativ kalkuliert, gerade bei Medikamenten gibt man sehr viel frühere Verfallsdaten an, um jegliche Gefährdungen auszuschließen.

Gruß
Oliver Reiser

 


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